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Firmengründer Wiedemayr Ludwig erzählt zum 60-Jährigen Betriebsjubiläum

 

Vor einigen Jahren begegnete ich einem alten Schulkollegen der Lienzer Berufschule von 1952, der damals auch Huf- und Wagenschmiedelehrling war. Er arbeitete beim damals vielleicht renommiertesten Schmiedebetrieb im Lienzer Talboden mit guten Beruflichen Aussichten in diesem Betrieb.

Durch die rasante technische Entwicklung in der Landwirtschaft ging aber innerhalb weniger Jahre die Arbeit in diesem Schmiedebetrieb verloren und obwohl der junge Mann noch die Gesellenprüfung als Landmaschinenbauer ablegte, sah er sich außerstande, neben dem in Osttirol dominierenden Raiffeisenpartner als Privater in die Landmaschinensparte einzusteigen. So musste er den Beruf wechseln und fand einen Job beim Bundesheer als Waffenmeister, zu seinem Glück konnte er sein Hobby zum Beruf machen.

Warum ich das erzähle:

Vielen damaligen Schmiedebetrieben erging es ähnlich, nur wenigen gelang der Umstieg zum Landmaschinenpartner, wozu mit Verkauf und Reparatur zwei getrennte Berufe mit unterschiedlicher Ausbildung und getrennten Gewerbeberechtigungen erforderlich waren. Ein Unternehmer war also doppelt gefordert.

Von dieser Entwicklung war auch der Schmiedebetrieb meines Vaters betroffen, eine seit 1763 über sechs Generationen als Familienbetrieb geführte Dorfschmiede am Gailbach in Kartitsch, die ich um 1960 übernahm.

Während meiner Lehrzeit sah man die ersten Gebirgs-Motormäher, den Stadler-Mäher, neben einem Gespannpflug oder einer handgetriebenen Milchzentrifuge gab es kaum Maschinen auf dem Bergbauernhof, in Gebieten mit bereits Elektrostrom-Versorgung vielleicht einen Strohhäcksler und die einfache Stiftendreschmaschine.

So habe ich mögliche berufliche Chancen im Landmaschinenhandwerk damals eigentlich nur erahnt und mit einem heute oft abhanden gekommenen Mut zum Risiko den Einstieg in diese Sparte gewagt.  
Der Meisterprüfung als Wagenschmied 1958 folgte 1959 die Meisterprüfung als Landmaschinenbauer, es war der 2. in Tirol angebotene Prüfungstermin. Nach Erhalt der Gewerbeberechtigung verkaufte ich 1959 die ersten Motormäher, den Reform RM 58, auch die Motorsägen Stihl-Contra, 1961 die ersten Austro-Rapid-Einachsschlepper, Kleintraktoren, den AEBI Transporter und um 1968 die ersten Reform Muli 25.

 

20191002 202648 1 2Landmaschinen der ersten Stunde. Diese und weitere historische Maschinen sind Teil der Hausmesse am 5. und 6. Oktober

 

Das fachliche Wissen für Verkauf und Werkstätte musste ich mir durch Fachliteratur, Kursbesuche, Schulungen und Fachmessen aneignen.
Da die räumlichen Voraussetzungen in der Schmiede am Bach gänzlich unzureichend waren, gelang mir nach großer Bemühung der Grunderwerb für einen Werkstattneubau an der Bundesstraße in Kartitsch, der 1966/67 eröffnet wurde.

1973 ersteigerte ich die anliegenden Geschäfts- und Lagerräume eines früher als Landwirtschaftliche Genossenschaft Kartitsch geführten Gemischwarenhandels.

1975 wurden wir Mitglied von Westring, einer Einkaufsgenossenschaft im Landmaschinenhandel, deren Mitgliedschaft im Nachfolgebetrieb, nun EZ-Einkaufszentrale noch heute besteht.
Die Entwicklung des Betriebes und auch der Trend zu immer größeren Maschinen drängten auf eine Betriebserweiterung.

Die damalige Entscheidung, nach Heinfels auszusiedeln, war nicht einfach, wurde aber durch die Unterstützung einiger gutgesinnter Ratgeber erleichtert. Sie bedeutete für uns Abwanderung vom Heimatdorf und den Neubeginn am bereits dritten Standort. Für den Betrieb war es aber, wie wir heute wissen, die richtige Lösung.

1975 erwarb ich den Baugrund in Heinfels, 1983 war Baubeginn und zum 25. jährigen Betriebsjubiläum erfolgte 1985 die Betriebseröffnung mit damals acht Mitarbeitern. 1988/89 wurden nord- und ostseitig Überdachungen (Flugdächer) und Garagen errichtet, 1994-95 folgte eine südseitige Erweiterung und Umbau der Büros und mit 1. Jänner 1995 erfolgte die Betriebsübergabe an meinen Sohn, der seit damals überaus erfolgreich, auch dank fleißiger Mitarbeiter Landtechnik Wiedemayr zu einem hoch qualifizierten Fachbetrieb entwickelt hat, wie er sich heute präsentiert.

Als ich 1995 mit erst knapp über 60 Jahren den Betrieb übergab, begegnete ich manchem Kopfschütteln, fast Unverständnis unter Bekannten und Berufskollegen, in diesem Alter schon auf Führung und Mitsprache zu verzichten. Heute darf ich sagen, es hat mich nie gereut. Falls die Voraussetzungen gegeben sind, sollte man Führung und Verantwortung in junge Hände geben.

Ein Landtechnikbetrieb und vor allem der Verkauf ist ein harter Job, nicht wenige Mitbewerber mussten ihn aufgeben. Die rasante technische Entwicklung an der Landmaschine verlangt dauernde Weiterbildung, um am Markt zu bestehen, hohe Flexibilität und Anpassung an den bäuerlichen Kunden, Hintanstellung privater Interessen, nicht selten Verzicht auf Feierabend und Wochenende, kurz, er verlangt vollen Einsatz, den man im Alter nicht mehr bringen kann. Die dauernde Erweiterung des Marktes und Kundenkreises, steigende Umsatzzahlen und eine kontinuierliche Betriebsvergrößerung mit neuen Mitarbeitern in den letzten 20 Jahren bestätigen die damals richtige Entscheidung.

Ich wünsche der Firma weiterhin gute Arbeit und viel Erfolg als verlässlichen Partner der Landwirte als auch Arbeitgeber und richte meinen Dank an unsere zahlreichen und langjährigen Kunden.

Ludwig sen. Wiedemayr

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